Wo Bargteheide zusammenkommt
Eine Stadt lebt davon, dass Menschen einander begegnen – im Café, in der Fahrradwerkstatt, im Jugendhaus, in der Bibliothek. Wir Grüne wollen, dass Bargteheide solche Orte bewusst plant, schützt und ausbaut.
Der sogenannte Dritte Ort – weder zuhause noch Arbeitsplatz – ist das Bindemittel einer Stadtgesellschaft, in der sich Generationen, Herkünfte und Lebenslagen begegnen. Bargteheide hat solche Orte. Aber sie sind unter Druck. Wenn wir nichts tun, werden sie weniger. Wenn wir handeln, wird Bargteheide das, was es seinem Selbstverständnis nach sein will: eine Stadt für alle.
Villa Wacker: das Tor zur Stadt offen halten
Das Wacker-Areal ist für uns ein Lackmustest. Wir setzen uns dafür ein, dass die Villa Wacker als Ort der Begegnung entwickelt wird – mit Nutzungen wie Fahrradwerkstatt, VHS-Angeboten, Suppenküche, Kochgruppen und Räumen für Initiativen. Private Investor:innen können dazu beitragen – aber das Nutzungskonzept darf die Stadt nicht aus der Hand geben. Direkt davor leistet die Soul Kitchen niedrigschwellige soziale Arbeit. Gastronomie auf Spendenbasis, Kochangebote und Nachbarschaftstreff gehören zusammen – wir bleiben dafür im Gespräch.
Klaarnord: Sozialarbeit stärken, nicht verdrängen
Klaarnord ist Bargteheides Straßensozialarbeit – und einer der wichtigsten Begegnungsorte für Menschen, die sonst durchs Raster fallen. Die Zahl der betreuten Personen ist in kurzer Zeit um rund 30 Prozent gestiegen. Wer Klaarnord schwächt, schiebt soziale Probleme nur weiter. Wir wenden uns klar gegen jede Form von Verdrängungspolitik und unterstützen den Trägerverein in seiner Netzwerkarbeit.
Autonomes Jugendhaus: freier Raum bleibt freier Raum
Das AJH ist seit Jahren der selbstverwaltete Treffpunkt für Jugendliche, die unbürokratische Räume brauchen. Es ist – wie der Kinder- und Jugendbeirat zu Recht betont – kein Ersatz für das geplante Jugendkulturhaus an der Carl-Orff-Schule, sondern eine wichtige Ergänzung. Wir stehen zur baulichen Sicherung des AJH: Brandschutz, bruchsichere Fenster, Renovierungsfahrplan. Und wir wehren uns gegen Versuche, diesen Ort zu beschädigen oder kleinzureden.
Schulhöfe und Sportflächen: nutzen, was da ist
Schulhöfe und städtische Sportflächen außerhalb der Schul- und Vereinszeiten öffnen – das kostet wenig und bringt viel. Mit klaren Regeln, Lärmschutzkonzept und guter Pflege entstehen Treffpunkte, die belebt und deshalb sicher sind.
Was wir wollen
Begegnungsorte brauchen einen verlässlichen Rahmen. Dafür stehen für uns fünf Punkte: Der Demokratiefonds wird bekannter, niedrigschwelliger und besser ausgestattet – mit aktiver Ansprache von Initiativen. Die Ringbuslinie verbindet alle wichtigen Treffpunkte mit Bahnhof, Schulen und Innenstadt. Eine Karte der Bargteheider Begegnungsorte macht sichtbar, was die Stadt bereits hat. Bei jedem Neu- oder Umbau gilt die Klimaschutz-Relevanzprüfung – für faire Vergleiche zwischen Sanierung und Neubau. Und wo Initiativen Verantwortung übernehmen wollen, geben wir ihnen Schlüssel und Vertrauen – mit klaren Spielregeln, aber ohne Bürokratie.
Begegnungsorte sind auch Demokratiepolitik. Wer in Bargteheide attraktive Räume für alle schafft, nimmt Spaltung das Feld. Der Dritte Ort ist kein Luxus. Er ist die soziale Infrastruktur einer Stadt, die zusammenhalten will.