Rechte Gewalt und Raumnahme in Bargteheide

Bargteheide schützt, was es ausmacht

Wer in unserer Stadt Menschen eingeschüchtert, bedroht uns alle. Wir Grüne stehen für eine offene, vielfältige Stadt – und gegen jeden, der das mit Gewalt und Hetze zerstören will.

In den vergangenen Monaten haben rechte Vorfälle in Bargteheide zugenommen: Schmierereien an Schulen, Hetze gegen das Autonome Jugendhaus (AJH), zwei Brände, ein Angriff auf Besucher:innen, vier dokumentierte Überfälle – teils mit Messer und Schusswaffe. Das ist kein abstraktes Phänomen. Das ist unsere Stadt.

Gleichzeitig leistet Bargteheide Außerordentliches: Klaarnord fängt steigende Problemlagen in der Straßensozialarbeit auf. Bunte Vielfalt wurde im Frühjahr 2026 mit dem Olof-Palme-Preis ausgezeichnet. Welche Seite stärker wird, entscheidet sich auch in diesem Rathaus.

Was wir meinen, wenn wir von „Raumnahme“ sprechen

Rechte Raumnahme funktioniert schrittweise: durch Schmierereien, Drohungen gegen alternative Orte, organisierte Auftritte an Schulen und Plätzen. Das Ziel ist eine Stimmung, in der sich bestimmte Menschen nicht mehr sicher fühlen. Wenn Jugendliche das AJH meiden, wenn Engagierte aus Initiativen aussteigen, wenn Schüler:innen ihre Meinung nicht mehr sagen – dann hat die Demokratie schon verloren, bevor irgendjemand offiziell etwas verboten hat.

Was wir tun

  • Solidarität zeigen – konkret. Wir stehen hinter Schulen, AJH, Klaarnord und Bunte Vielfalt. Solidarität bedeutet: verlässliche Förderstrukturen, schnelle Reaktion bei Übergriffen und persönliche Präsenz der Stadtvertretung an den Orten, die unter Druck geraten.
  • Das AJH sichern. Das Autonome Jugendhaus ist mehr als ein Treffpunkt – es ist ein Symbol dafür, dass Jugend in Bargteheide eigenen Raum hat. Wir setzen uns für bauliche Sicherung (bruchsichere Fenster, Brandschutz), einen Renovierungsfahrplan und politischen Rückhalt ein. Die Videoüberwachung, die der Haushalt 2025 nach zwei Bränden beschlossen hat, akzeptieren wir als Schutzmaßnahme – mit klaren Datenschutz-Leitplanken: externe Speicherung, Zugriff nur bei staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, automatische Löschung.
  • Den Demokratiefonds stärken. Bargteheide hat einen Demokratiefonds – er wird bislang zu wenig genutzt. Wir wollen ihn bekannter machen, niedrigschwelliger gestalten und besser ausstatten. Demokratiearbeit zu fördern ist Pflichtaufgabe, keine Kür.
  • Schulen den Rücken stärken. Die Schulen in Bargteheide reagieren professionell auf Schmierereien und Übergriffe. Sie brauchen dafür Räume, Stellen und Mittel – und Bildungsarbeit, die der nächsten Generation Argumente an die Hand gibt, nicht nur Reinigungstrupps.
  • Klaarnord und Bunte Vielfalt politisch absichern. Klaarnord betreut inzwischen rund 30 Prozent mehr Personen als noch vor wenigen Jahren. Wer diese Arbeit infrage stellt, hat das Problem nicht verstanden. Wir wenden uns ausdrücklich gegen jede Schwächung dieser Angebote.
  • Gemeinsam mit allen demokratischen Fraktionen. Wir bringen das Thema als wiederkehrenden Punkt in die Fraktionsvorsitzendenrunde ein und drängen auf gemeinsame Erklärungen. Rechte Gewalt ist kein Thema einer Fraktion – sie ist eine Aufgabe für die gesamte Stadtvertretung.

Bargteheide ist eine offene, vielfältige, lebendige Stadt. Das bleibt so.