Warm wohnen – sicher, bezahlbar, klimagerecht
Über 80 Prozent der Wärme in Bargteheide kommen heute aus Gas und Öl. Das wird sich ändern. Mit der kommunalen Wärmeplanung gestalten wir diesen Wandel gerecht und planbar – für alle Haushalte in unserer Stadt.
Im Januar 2026 hat die Stadt den Bericht zur Wärme- und Kälteplanung vorgelegt. Er zeigt: Im Stadtzentrum rund um Rathausstraße und Am Markt ergibt ein Wärmenetz Sinn. In anderen Teilen der Stadt sind Wärmepumpen die wirtschaftlichste Lösung. Der Rahmen steht – jetzt geht es ums Handeln. Und das wird fast jeden Haushalt in Bargteheide direkt betreffen.
Fernwärme bleibt Daseinsvorsorge
Wärmenetze sind kritische Infrastruktur – kein Marktprodukt. Die Stadt muss Einfluss auf Netzstruktur, Anschlusskosten und Preisgestaltung behalten. Sonst tauschen wir die Abhängigkeit vom Gaspreis gegen eine Abhängigkeit vom Fernwärme-Monopol. Wir wollen klären: Welche Rolle spielen die Stadtwerke? Wer sichert die Preisstabilität für Anschlussnehmer:innen? Die laufende Nahwärme-Kooperation für Schulzentrum und Freibad spart der Stadt bereits mindestens 300.000 Euro pro Jahr – diese Linie bauen wir strategisch aus.
Erdgas-Rückbau aktiv steuern
Der Wärmeplan rechnet mit einem Gasnetz bis 2045. Das ist eine riskante Annahme: Wenn immer weniger Haushalte angeschlossen sind, steigen die Kosten für die Verbleibenden. Wir fordern ein strategisches Rückbaukonzept mit klarem Zeitplan und ehrlicher Risikoabschätzung. Wer als Letzte:r am Gasnetz hängt, darf nicht die ganze Rechnung tragen.
Sozialverträglichkeit ist nicht verhandelbar
Die Wärmewende darf keine Vermögensfrage werden. Wir setzen uns ein für ein kommunales Beratungsprogramm mit Verbraucherzentrale und Handwerk, für gezielte Unterstützung einkommensschwacher Eigentümer:innen beim Heizungstausch, für wirksamen Mieterschutz bei Modernisierungen und für die ernsthafte Prüfung eines kommunalen Klimafonds. Klimaschutz, der nur die einen schützt und die anderen überfordert, hält politisch nicht.
Wärmewende als Wirtschaftsförderung
Die Umsetzung schafft Aufträge für lokale Heizungsbauer:innen, Sanitär- und Elektrobetriebe sowie Handwerk im Bereich Dämmung. Sie eröffnet regionale Wertschöpfung und gibt Bargteheider Unternehmen Planungssicherheit. Eine klare kommunale Wärmestrategie ist deshalb auch ein Standortvorteil.
Was jetzt konkret ansteht
Das BHKW am Freibad wollen wir auf eine Wärmepumpe mit Schallschutz und PV-Dachbelegung umstellen – keine Minimallösung. Das geplante BHKW Am Krögen mit Anbindung von Schulzentrum, Kita Am Krögen und Mühlentor geht in die richtige Richtung – wir achten auf Lärmschutz und faire Anschlusskonditionen. Und: Was bereits umgesetzt wird, muss sichtbar werden. Fortschritt, den niemand sieht, erzeugt kein Vertrauen.
Monitoring statt schöner Pläne
Ein Plan ohne Kontrolle ist kein Plan. Wir fordern jährliches Controlling mit messbaren Zwischenzielen bis 2030, eine klare Verantwortlichkeit in der Verwaltung und einen Wärmewende-Beirat, in dem Stadtwerke, Handwerk, Mieter:innen und Verbraucher:innen am Tisch sitzen.
Warmes Wohnen in Bargteheide soll in zwanzig Jahren bezahlbar, sicher und klimagerecht möglich sein. Dafür arbeiten wir.