Vorreiter sein, nicht Trittbrettfahrer
Bargteheide hat sich in einem Bürgerentscheid für Klimaneutralität bis 2035 entschieden. Mit dem Integrierten Vorreiterkonzept liegt der Fahrplan vor. Wir Grüne stehen dazu – mit klaren Prioritäten, ehrlicher Finanzierung und dem Willen zur Umsetzung.
Das Hamburg Institut hat im Januar 2026 den Endentwurf des Integrierten Vorreiterkonzepts (IVK) vorgelegt. Es beschreibt konkret, wie Bargteheide in den Bereichen Strom, Wärme, Mobilität und Konsum klimaneutral werden kann. Es sichert Fördermittel des Bundes und gibt privaten Investitionen Planungssicherheit. Wer dieses Konzept verwässert, verschiebt nicht nur Klimaschutz – er reißt einen mühsam erarbeiteten Konsens wieder ein.
Die Zahlen sprechen für sich
Bargteheide emittiert rund 5 Tonnen CO₂ pro Einwohner:in – weniger als der Bundesdurchschnitt, aber noch zu viel. Die größten Hebel liegen bei privaten Haushalten (36 %) und Verkehr (22 %). Ohne zusätzliche Maßnahmen sinken die Emissionen bis 2035 um rund 56 Prozent. Mit dem IVK sind 65 Prozent erreichbar. Vollständige Klimaneutralität bis 2035 bleibt das Ziel – und nur wer jetzt handelt, kommt ihm überhaupt nahe.
Ja zum Konzept – einschließlich Maßnahmenkatalog
Den Maßnahmenkatalog mit seinen 35 Punkten Maßnahme für Maßnahme jahrelang einzeln zu beraten hieße, das Konzept zum unverbindlichen Lesebuch zu degradieren. Wir unterstützen die Annahme des IVK in der vorliegenden Fassung. Strittige Einzelmaßnahmen – etwa zu Windenergie-Prüfbereichen – werden ohnehin in den Fachgremien separat beschlossen. Die Steuerung bleibt in der Stadtvertretung.
Unsere sieben Prioritäten
Aus dem Katalog setzen wir auf sieben Maßnahmen mit messbarer Wirkung:
- Nahmobilitätskonzept
- Radverkehrsfinanzierung
- Windenergie
- kommunale Wärmeplanung
- Ernährungsstrategie für städtische Einrichtungen
- Sanierung städtischer Gebäude
- und die Klimaschutz-Relevanzprüfung für alle politischen Beschlüsse.
Klimaschutz-Relevanzprüfung für alle politischen Beschlüsse ist kein bürokratischer Aufwand, sondern Investitionssicherung: Wer weiß, was eine Entscheidung morgen an CO₂ und Folgekosten bedeutet, trifft heute bessere Entscheidungen.
1 Prozent für Klimaschutz
Rund 700.000 Euro pro Jahr – etwa ein Prozent des Haushaltsvolumens – sollen verbindlich für die Umsetzung des Vorreiterkonzepts reserviert werden. Das schafft Verlässlichkeit für Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft. Stop-and-Go nach Kassenlage können wir uns beim Klimaschutz nicht leisten.
Klimaschutz und Wirtschaft – kein Widerspruch
Das IVK ist kein Verzichtsprogramm. Es stärkt die lokale Wirtschaft: Energiekonzepte für Gewerbegebiete, Fördermittelberatung für Unternehmen, Aufbau von Handwerksberufen im Zuge der Wärmewende. Klare politische Vorgaben sind die Voraussetzung dafür, dass private Investitionen überhaupt fließen. Und die Kosten des Nicht-Handelns übersteigen nach allen Studien die Kosten des Handelns – wer das IVK bremst, gefährdet die Haushaltsstabilität von übermorgen.
Berichten, beteiligen, liefern
Klimaschutz darf nicht im Aktenordner verschwinden. Wir erwarten halbjährliche Berichte der Verwaltung mit klaren Meilensteinen und ehrlicher Auseinandersetzung mit Verzögerungen. Und wir wollen Bürger:innen mitnehmen: mit transparenter Kommunikation, niedrigschwelliger Beratung und einem Klimabeirat, der die Umsetzung mit Fachwissen aus der Stadtgesellschaft begleitet.
Bargteheide kann zeigen, wie Klimaschutz vor Ort geht. Wir haben den Fahrplan. Jetzt geht es ums Fahren.