S-Bahn und Bahnhofsumfeld

Weichenstellung für die Schiene: Grüne unterstützen die Westlösung der S4

Wer in Bargteheide wohnt, arbeitet oder zu Besuch ist, soll ohne Auto bequem ankommen. Der Bahnhof ist dafür der entscheidende Ort – und wir Grüne wollen ihn zur echten Mobilitätsdrehscheibe machen.

Bargteheides Bahnhof: Tor zur Stadt, Hebel für die Klimawende

Mit der S4, der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Lübeck ab 2028 und dem laufenden Planfeststellungsverfahren steht ein Generationenprojekt vor der Tür. Den fraktionsübergreifenden Beschluss der Stadtvertretung vom Mai 2026 tragen wir mit voller Überzeugung mit – und entwickeln ihn weiter.

S4: Ja – aber richtig

Die S4 bringt mehr Takt, mehr Kapazität und echten Fortschritt für die Verkehrswende. Wir unterstützen sie – fordern aber Nachbesserungen: Barrierefreiheit ist kein Bonus, sondern Pflicht. Stufenfreie Zugänge, taktile Leitsysteme und breite Bahnsteige müssen Standard sein. Wirksamer Lärmschutz auf dem Stand der Technik ist kein Verhandlungsposten. Und die Lohe-Brücke muss statisch geprüft werden, bevor weitere Eingriffe stattfinden.

Schon heute ist absehbar: Die geplante RE-Linie 78 und mögliche Militärtransporte belasten die Strecke zusätzlich. Deshalb muss das dritte Gleis zwischen Ahrensburg und Bargteheide jetzt in die Planung – nicht erst, wenn der Engpass da ist.

Regionalexpress-Halt: nicht verhandelbar

Eine reine S-Bahn-Anbindung wäre für Bargteheide ein Rückschritt. Mit über 17.000 Einwohner:innen und rund 35.000 Menschen im Einzugsbereich ist unsere Stadt zu groß, um nur noch im Bummeltakt bedient zu werden.

Die Argumente von NAH.SH überzeugen uns nicht. Der gleichzeitig geplante RE-Halt in Lübeck-Moisling beweist: Zusätzliche Halte sind machbar, wenn der politische Wille da ist. West- und Ostseite bieten Platz für zusätzliche Bahnsteige – wir fordern, sie gleich im Zuge des Bahnhofsneubaus anzulegen.

Unsere Botschaft an Land, NAH.SH und DB: S4 zusätzlich. RE im Takt. Tarif einheitlich.

Bahnhofsumfeld: Umstieg muss sich lohnen

Ein gutes Bahnhofsumfeld erkennt man daran, dass der Umstieg leicht fällt – egal ob zu Fuß, per Rad, mit dem Bus oder im Rollstuhl. Davon sind wir heute weit entfernt.

Fuß- und Radverkehr haben Vorrang. Sichere Wege, gute Querungen, mehr überdachte Fahrradabstellplätze mit Lademöglichkeiten und Boxen für Lastenräder.

Bus und Bahn zusammendenken. Kurze Umsteigewege, getaktete Anschlüsse, Echtzeitinfo – und eine ausgebaute Ringbuslinie, die den Parkplatzdruck spürbar senkt.

P+R mit Augenmaß. Pendler:innen brauchen Plätze. Wir prüfen zuerst bestehende Flächen wie den Kreisel-Parkplatz – statt teurer neuer Parkhäuser.

Aufenthaltsqualität statt Betonwüste. Bäume, Begrünung, Schatten, Trinkbrunnen – und entsiegelte Flächen, die im Sommer kühlen statt aufheizen.

Eines gilt dabei: Erst Zahlen, dann Beton. Vor großen Entscheidungen brauchen wir eine aktualisierte Parkraumuntersuchung, die Ringbusse und veränderte Pendelmuster ehrlich einrechnet.

Solide finanziert, gemeinsam entwickelt

Verkehr ist in Bargteheide einer der größten CO₂-Verursacher. Jede Bahnfahrt statt Autofahrt ist gelebter Klimaschutz – und entlastet Straßen, Quartiere und Familienkassen. Die Umgestaltung kostet Geld, zahlt sich aber aus. Wir werben Fördermittel von Bund und Land konsequent ein, setzen das Vorhaben in realistischen Schritten um – und binden Bürger:innen, Pendler:innen und Vereine von Anfang an ein.

Bargteheide hat alle Chancen, beim Thema Bahn voranzugehen. Wir nutzen sie.