Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren S4 Bargteheider Bahnhof

Ergänzungen und Hinweise, die aus unserer Sicht zu berücksichtigen sind:

Der Tunnel ist die direkte Verbindung zwischen dem Osten- und der Innenstadt und bestehenden Bahnhof
Bargteheides; er wird den ganzen Tag von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Insbesondere in den Vormittagsstunden ist die Schulwegsicherung zu gewährleisten und darüber hinaus die zukünftige erhöhte Frequenz im Tunnel zu berücksichtigen. Er ist Ersatz für den Anfang der 2000er Jahre geschlossenen vollwertigen Bahnübergang. Auch während der Bauzeit muss diese Verbindung deshalb erhalten bleiben, ggf. mit provisorischem Brückenschlag.

Im Tunnel soll es eine Abgrenzung zwischen Radweg und Fußweg geben. Dort ist eine ausreichende Breite von jeweils Radweg und Fußweg umzusetzen. Ggs. muss der Tunnel verbreitert werden. Die Fahrstühle müssen ausreichend groß sein, um zwei Pedelecs aufzunehmen. Für den Ausfall von Fahrstühlen müssen die Rampen für in der Bewegung eingeschränkte Menschen, Rollstühle und Kinderwagen zugänglich und benutzbar sein. Da in den S-Bahnzügen zukünftig keine sanitären Anlagen enthalten sind und sich die Fahrzeiten nach Hamburg verlängern, ist die Anlage sanitärer Anlagen auf dem Bahnhofsgelände, sinnvollerweise in Bahnsteignähe, erforderlich. Die Bauweise des Tunnels im weiteren östlichen Verlauf ist zur Vermeidung von Angsträumen möglichst offen zu gestalten.

Klima-, Natur- und Umweltschutzaspekte werden nur teilweise berücksichtigt. Sofern die Wiederherstellung von Grünflächen vorgesehen ist, sind darüber hinaus Ausgleichsmaßnahmen vorzunehmen, da Grünflächen nicht immer eins zu eins wieder hergestellt werden können.

Dem Erläuterungsbericht zur Planfeststellung ist zu entnehmen, dass die S4 zukünftig bis Bargteheide einen 20-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit vorsieht. Heute hat Bargteheide nahezu durchgängig einen 30-Minuten-Takt. Mit der S4 muss es durchgängig einen 20-Minuten-Takt geben – sonst lohnt sich der gesamte Bauaufwand für Stadt und Bürger und Bürgerinnen nicht. Es muss Garantien geben, dass die Taktung den ganzen Tag über gewährleistet ist. In gleicher Weise ist eine deutlich verbesserte Taktung für die Fahrtrichtung Lübeck einzuplanen. Der Umbau des Bargteheider Bahnhofs macht nur dann Sinn, wenn auch in angemessener Taktung Züge i n beide Richtungen verkehren.

Die neuen Bahnsteige sind so flexibel anzulegen, dass in Zukunft oder bei Störungen die Züge des Regionalexpress RE 80 (Lübeck Hbf. – Hamburg Hbf.) in Bargteheide halten können (bei Bahnsteiglängen Gleis 3 von je 210 m). Durch den Mischbetrieb von Regional-, Fern- und Güterverkehr – wie er weiterhin zwischen Gartenholz und Bargteheide (- Bad Oldesloe) bestehen bleibt – und die Frequenzerhöhung Güterverkehr wird es häufiger zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Zusätzliche Züge können nicht im Takt verkehren. Es leidet die Pünktlichkeit der Verbindungen zwischen Hamburg Hbf und Bad Oldesloe / Lübeck (Pünktlichkeitsquote der RB 81 im Jahr 2015: 86%).

Es sind zusätzlich zum Neubau von normalen Zugzielanzeigern, Anzeiger erforderlich, die anzeigen, auf welchem der 3 Bahnsteige welche S-Bahn-Züge aktuell abfahren. Außerdem sind Anzeiger für die Buslinien und ihre Abfahrzeiten und die Haltestellen erforderlich (analog Bahnhof Bad Oldesloe). Diese Anzeiger müssen sowohl auf der West- als auch auf der Ostseite des Bahnhofes aufgestellt werden.

Die Möglichkeiten des Einsatzes sogenannter erneuerbarer Energien, wie z.B. PV-Anlagen auf den Überdachungen der Wartebereiche sind vorzunehmen.

Angela Poling
Vorsitzende des Ortsverbandes Bündnis 9 0 / Die Grünen

Geflüchtete in Bargteheide
S 4 – es ist nicht alles Gold,…